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Ein schöner Abschluss

Jajaja, ich hab gesagt, der Blog ist zu Ende. Und keine Angst, ich werde ihn nicht reaktivieren.
Aaaaaaaber: Mein Blog ist zu einem Buch geworden! Jaaaaa! *ganz stolz*

(Bitte nicht allzu genau hinsehen. Das ist ein Probeexemplar mit Rechtschreibfehler auf der Rückseite … :oops: )










Gebundene Ausgabe und das günstigere Ebook gibt es auch! Also kaufen! Kaufen! Kaufen! Ein super Geschenk für alle Häusle-Bauer und Häusle-Renovierer! Und für alle, die es mal werden möchten!

So, und jetzt ist der Blog WIRKLICH fertig!

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Time to say Goodbye...

Alles geht mal zu Ende. Und auch dieser Blog hat seine Lebensdauer schon lange überschritten. Natürlich ist noch viel zu tun. Aber dies geschieht so schleppend, dass ich hier gerne einen Schlusstrich ziehen möchte.

Noch offen ist natürlich der Garten. Da sich hier aber neue Möglichkeiten bei der Grundstückverteilung ergeben könnten, wird das noch eine Zeit dauern bis wir hier beginnen können. Weiterhin offen ist die Luftdichtigkeit, die noch nicht ganz unseren Ansprüchen genügt. Der Rest des Hauses ist eigentlich fertig. Und ein neues Jahr ist eine schöne Gelegenheit, etwas abzuschließen und ein Resümee zu ziehen.

Es liegt ein anstrengende und aufregende Zeit hinter uns. Anfang 2010 kauften wir unser Haus, das wir von Grund auf sanieren mussten. Ziel war ein Niedrigenergiehaus nach EnEV. Und wir haben unser Ziel erreicht. Innerhalb von weniger als einem Jahr, erneuerten wir nahezu alles, was in einem Haus zu erneuern ist. Neben neuen Stromleitung, komplett neuem Heizungs-, Wasser- und Lüftungssystem, wurden neue Fenster eingebaut, die Fassade gedämmt, Böden gedämmt, alle Böden neu verlegt, Decken erneuert, Wände verputzt. Dazu wurde ums Haus herum gepflastert, die Bäder komplett erneuert, neue Fenster gebrochen, Mauern hochgezogen und Wände eingerissen. Das Dach wurde neu gedeckt, eine Solaranlage installiert, Bäume gefällt und Öltanks entsorgt.

Nichts blieb wie es war. Es wurden Unmengen an Tonnen von Bauabfällen auf der Müllkippe entsorgt.

An dieser Stelle mal ein paar Vorher-Nachher-Ansichten:











Ich hoffe die Bilder geben nochmal einen Eindruck, was man aus einem alten Haus machen kann. Natürlich wird es immer ein altes Haus bleiben. Mit Ecken, Kanten und Vergangenheit. Gebaut wurde das Haus 1850. Es hat zwei Weltkriege erlebt. Kein Mensch auf dieser Erde ist so alt wie dieses Haus. Das lässt sich nicht verleugnen. Aber auch das lieben wir an dem Haus: Dass es nicht perfekt ist und auch gar nicht den Anspruch erhebt, perfekt zu sein.

Die letzten Jahre waren sehr anstrengend. Obwohl wir nahezu alle Gewerke an Handwerker abgegeben haben, gab es in den 9 Monaten zwischen Sanierungsbeginn und Einzug keinen Tag, an dem wir nicht auf der Baustelle irgendwas tun mussten. Immer wieder gab es Tapeten zu entfernen, alte Böden, Decken oder Wandpaneele abzureißen, Vorbereitungen für die Handwerker zu treffen, zur Müllkippe zu fahren… Man ahnt gar nicht, was alles auf einen zukommt. Und man kann sich gar nicht vorstellen, welche Belastung eine solche Sanierung darstellt, wenn man nebenher noch arbeitet und das normale Leben mit allen Höhen und Tiefen ohne Rücksicht auf arme, erschöpfte Bauherren einfach weiterläuft. Wäre uns wirklich bewusst gewesen, was nach dem Kauf auf uns zukommt, wir hätten es wohl nicht gemacht. Also war es ein großes Glück, dass wir doch etwas naiv waren, was den Aufwand anging. Ob wir es nochmal tun würden? Ich glaube, die Energie für ein solches Projekt bringt man nur einmal im Leben auf. Von daher werden wir so etwas wohl nicht nochmal machen. Aber ich bereue nicht einen einzigen Schritt und bin glücklich, dass wir diesen Weg gegangen sind. Entgegen vieler Gegenstimmen (nicht zuletzt sogar von unserem Energieberater). Nach dem Einzug dauerte es noch weitere drei Monate bis alle Räume fertig waren. Terrasse und Partyraum haben erst diesen Sommer ihr finales Gesicht bekommen.

Wie wir das alles geschafft haben? Wir hatten unglaubliche Helfer:



Es gab natürlich noch viel mehr liebe Menschen, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen. Manche waren stets zur Stelle und packten tatkräftig mit an, andere unterstützten mit kleinen und großen Gesten und gutem (oder gut gemeintem :cool: ) Rat. Und jeder einzelne hat mit seinem Einsatz zum Erfolg beigetragen. Man kann gar nicht genug danken. Und wir hoffen, uns bei jedem einzelnen in Zukunft noch revanchieren zu können. Vielleicht ist der ein oder andere verrückt genug, ein ähnliches Projekt anzugehen, dann werden wir natürlich da sein. Mit gutem Rat. ;-)

Dieser Blog wird uns eine schöne Erinnerung sein und ich freue mich, dass ich den ein oder anderen damit unterhalten konnte und einen Einblick geben konnte, was es bedeutet, ein Haus zu sanieren.

Vielen Dank an dieser Stelle auch für die vielen aufmunternden Worte, die mich motiviert haben, diesen Blog stets weiter zu führen.

Bye-Bye.

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Wenn du es nicht beseitigen kannst, lenk davon ab!

Heute möchte ich von unserem Problem-Gästezimmer erzählen.

Der Raum war schon von Anfang an etwas schwierig bezüglich Feuchtigkeit in den Wänden. Da das Haus uralt ist, besitzt das Mauerwerk keine Horizontalsperre (bzw. höchstens eine aus Zeitungspaper). Dadurch zieht die Mauer aus dem Erdreich stets Feuchtigkeit von unten. Da die Mauern gut 60cm dick sind, gelangt über diesen Weg enorm viel Feuchtigkeit ins Mauerwerk. Und beim Gästezimmer vorne ist das Erdreich wohl besonders nass. Wir hatten daher damals viele Diskussionen mit unserem Verputzen, ob wir nicht sicherheitshalber Kalkputz verwenden sollten. Er konnte nicht garantieren, dass das Mauerwerk trocken genug ist für Gipsputz. Letzten Endes entschieden wir uns damals aus Kostengründen für Gipsputz. Auch wenn wir wussten, dass wir evtl in ein paar Jahren diese Entscheidung bereuen könnten.
Tja. Jetzt ist ein paar Jahre später ;-)

Als ich das Gästezimmer letzten Monat aufräumte sah ich das ganze Ausmaß der doch leider noch merklich vorhandenen Feuchtigkeit im Mauerwerk:



Allzu dramatisch ist es nicht. Das Mauerwerk ist feucht und diese Ursache lässt sich nicht beheben. Also muss man damit umgehen. Früher haben findige Leute einfach Alukaschierte Tapete genommen, Latexfarbe oder (der Klassiker) Rigips davor. Doch das darf man keinesfalls tun. Denn damit züchtet man sich Schimmel ohne Ende. Die Feuchtigkeit muss aus dem Mauerwerk austreten können und über gute Lüftung abtransportiert werden. Und auf dem Weg dahin sollte die Feuchtigkeit auf wenig organische Stoffe treffen, um Schimmel zu vermeiden. Bei uns ist der Abtransport der Feuchtigkeit durch die Lüftungsanalge gewährleistet. Hier also kein Problem. Kalkputz und entsprechende Farbe wären jetzt optimal, doch leider haben wir Gipsputz. Das heißt wir müssen aufpassen, dass da kein Schimmel entsteht. Hier ist aber eigentlich nur die eine Ecke gefährdet, da diese spitz zuläuft und somit wenig Luft dort ankommt. Aber da wird einfach ab und zu vorbeugend mit Anti-Schimmel-Chemie gearbeitet, dann passiert da auch nichts.

Der richtige und ordentliche Weg, mit der Feuchtigkeit umzugehen, wäre, den Putz komplett zu entfernen und durch Kalkputz zu ersetzen. Und ja, das werden wir auch tun. Aber nicht jetzt. Die Bilder von vor zwei Jahren sind noch zu präsent. Damals hatten wir den alten Putz komplett entfernt:



Mal ehrlich. Das war keine Sanierung, das war Krieg.

Also ist diese Ziellösung aufgeschoben. Bis dahin sollten wir aber was für die Optik tun. Da nicht auszuschließen ist, dass die Feuchtigkeit immer wieder die Farbe und auch den Putz angreift, beschloss ich einfach von dem hässlichen Rand unten abzulenken. Wie macht man das? 1. Unteren Rand mit Farbe versehen. 2. Auffällige Tapete oben an die Wand, wo keine Feuchtigkeit ist. Und da ich bunte Dinge mag und auf Retromuster stehe, wurde das Ablenkmanöver mit einer Knallbunten Retotapete durchgeführt.

Zuerst strich ich dafür den unteren Bereich der Wand knallgelb. Gelb deshalb, weil es zur Tapete passt und fröhlich ist:



Während die Farbe trocknete, schnitt ich die Tapete zu und baute einen Kasten für die Lüftungsanlage. Aus einem alten Weinkarton. Nicht hübsch, aber als Übergangslösung durchaus brauchbar:



Anschließend ging das tapezieren los. Überraschenderweise klappte es ganz gut. Ich bin kein großes Talent im Tapezieren, aber die Ansprüche an die Qualität in einem Gästezimmer (und dann auch nur als Übergangslösung) sind ja schließlich auch nicht sehr hoch. So klappte das mit dem tapezieren der Wand ohne Nervenzusammenbruch, ohne das Bedürfnis, irgendwas oder irgendjemanden aus dem Fenster zu werfen und in einer Rekordzeit von weniger als 1 Stunde:



Nachdem der Kleister trocken war, ich nochmal schnell bisschen gelbe Farbe auf den unteren Teil gepinselt hatte, konnte ich nochmal die Fußleisten anbringen und das Gästezimmer wieder einrichten. Und so kommt auch mal mein kleiner roter Fernseher wieder zur Geltung:



Gunnar rollt zwar die Augen, weil ich den Aufwand betrieben habe, obwohl wir ja in zwei Jahren (ich persönlich vermute eher mind. 5… oder auch nie) eh den Putz abschlagen werden. Aber ich denke, es hat sich gelohnt. Investiert habe ich gerade mal einen halben Tag und einen zweistelligen Euro-Betrag. Und bei DER Tapete, wird keiner auf Feuchtigkeitsränder unten am Fußboden achten…. :cool:
Na gut, heute fühle ich mich, als wäre ein LKW über mich drüber gefahren. Bin halt nichts mehr gewohnt….

So, vom Gästezimmer noch kurz nach draußen. Endlich, endlich, endlich gabs neue Gartenmöbel. Da unsere Stühle nur noch von Kabelbindern zusammengehalten worden sind, und schon im April der erste Gast unter einem eingestürzten Stuhl auf dem Boden landete, wollten wir schon das ganze Jahr neue Möbel. Aber als alte Schnappchenjäger wollten wir warten bis die Saison rum ist und die Sachen reduziert werden. Prinzipiell ein guter Plan. Da unsere Vorstellungen aber doch sehr konkret waren, hatten wir aber leider Pech. Im Endeffekt haben wir jetzt doch einen Kompromiss geschlossen. Der Tisch ist nicht ausziehbar, wie ursprünglich gewünscht. Aber dafür sieht der absolut klasse aus, ist aus pflegeleichtem Polywood (ein hübscheres Wort für “Plastik, der wie Holz aussieht”) und passt perfekt in den Hof:



Das hässliche Fenster vom Partyraum habe ich übrigens auch umdekoriert. Einfach Bambus davor und von innen mit Milchglasfolie beklebt. So hat man noch einen netten Effekt, wenn innen das Licht leuchtet. Und endlich steht soviel auf der Fensterbank, dass das permanente wahllose Ablegen diverser Dinge, die man grade in der Hand hat, nicht mehr möglich ist.



Da sich übrigens mittlerweile der Sommer so langsam verabschiedet, habe ich unsere Sitzsäcke nach drinnen geschafft. Auch innen machen die sich durchaus gut:



Da freue ich mich schon, bei fiesem Novemberwetter auf dem Sitzsack zu kuscheln!

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